Heinrich Alexander Elsässer wurde am 19. April 1896 als zweites Kind des Kaufmanns Siegmund Elsässer (1857–1919) und dessen Ehefrau Louise Helene, geborene Weismann (1871–1928), in Frankfurt am Main geboren. Er entstammte einer jüdischen Kaufmannsfamilie, die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankfurt im Lederhandel tätig war.
Heinrich hatte noch einen Bruder und eine Schwester, die ebenfalls in Frankfurt geboren wurden. Zur jüngeren Schwester Florentine (geb. 1911) sind nur wenige Informationen überliefert. Sie heiratete in Frankreich, wanderte in den 1950er Jahren nach Australien aus und verbrachte ihre letzten Jahre in Canberra.
Der ältere Bruder Otto (geb. 1894) heiratete 1920 in Frankfurt die aus Wien stammende Marianne Löwy (1895–1981), die ebenfalls jüdischer Herkunft war. Kurz darauf zog das Ehepaar nach Stuttgart, wo die beiden Söhne Erich Ortwin (1922–1940) und Helmut (1925–2002) geboren wurden. Otto Elsässer starb am 19. Juni 1938 in Stuttgart. Seine Witwe heiratete im folgenden Jahr ihren Schwager Heinrich Elsässer.
Zur Zeit der Geburt von Otto und Heinrich lebte die Familie in der Friedrichstraße im Frankfurter Westend und ab 1903 bis 1933 in der Königstraße im Stadtteil Bockenheim. Die Straße existiert heute nicht mehr. Teile ihres früheren Verlaufs gehören heute zur Gräfstraße.
Die Familie Elsässer war seit 1855 im Lederhandel tätig. In diesem Jahr gründete Isaak Elsässer, der Vater Siegmunds, in Frankfurt ein Geschäft (Adressbuch: „Elsässer, Isaak, Schnurgasse 55, Leder, Comm. u. Sped.“), das später in der Trierischen Gasse ansässig war. In den Adressbüchern jener Jahre wird er durchgehend als Lederhändler geführt.
Nach dem Tod des Firmengründers im Jahr 1871 wurde das Unternehmen innerhalb der Familie weitergeführt. Bereits ein Jahr zuvor firmierte es unter der Bezeichnung „I. Elsässer Söhne“. Heinrichs Vater, Siegmund Elsässer, ist ab den 1890er Jahren als (Mit)-Inhaber des Unternehmens nachweisbar. Neben seiner Tätigkeit als Kaufmann trat Siegmund Elsässer auch als Komponist in Erscheinung. Über seine musikalische Ausbildung ist allerdings nichts Näheres bekannt. Sein kompositorisches Schaffen ist nur in wenigen Werken nachweisbar und blieb gegenüber seiner kaufmännischen Tätigkeit von untergeordneter Bedeutung. Das Frankfurter Adressbuch von 1906 weist ihn als Mitglied des „Philharmonischen Vereins“ aus, in dem er als Beisitzer geführt wird. Der Verein selbst bestand seit seiner Gründung im Jahr 1834. Für den „Philharmonischen Verein“ schuf Elsässer im Jahr 1909 eine Jubiläumskomposition. Auch dem „Kaufmännischen Verein Frankfurt am Main“ widmete er zu dessen 25-jährigem Bestehen eine Marschkomposition.
Seine schulische Laufbahn begann Heinrich Elsässer 1903 an der Wöhlerschule. Drei Jahre später wechselte er an das Goethe-Gymnasium, das er bis 1912 besuchte und an dem er die mittlere Reife erlangte.
Nach seiner Schulzeit begann Heinrich Elsässer eine zweijährige kaufmännische Ausbildung bei der Frankfurter Firma K. & E. Neumond, die ihren Sitz in der Schillerstraße hatte. Die Brüder Karl und Eugen Neumond waren im Getreidehandel tätig. Ihr Unternehmen unterhielt neben dem Sitz in Frankfurt am Main weitere Standorte in Hamburg und New York.
Ab dem 1. Mai 1914 setzte Elsässer seine kaufmännische Ausbildung bei der international tätigen Getreidehandelsfirma Weil Hermanos in Antwerpen fort, das zu dieser Zeit ein bedeutender europäischer Handelsplatz war. Die Firma verfügte über enge Verbindungen zum argentinischen Exporthandel. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs musste Heinrich Elsässer seine Ausbildung bei Weil Hermanos abbrechen. Als deutscher Staatsangehöriger galt er nach Kriegsbeginn in Belgien als Angehöriger eines feindlichen Staates. In der Folge wurde er am 4. August 1914 fristlos entlassen und von den Behörden festgesetzt. Anschließend überstellte man ihn in ein belgisches Zivilinternierungslager. Von dort gelang ihm gemeinsam mit mehreren Mitgefangenen die Flucht.
Über die Niederlande kehrte er nach Deutschland zurück und meldete sich sofort als Kriegsfreiwilliger. Da eine Einberufung zunächst nicht erfolgte, begab er sich nach Nürnberg und setzte dort seine Ausbildung bei der im Getreidehandel tätigen Firma Leopold Rosenbaum fort. Im Oktober 1915 wurde er schließlich zum Kriegsdienst herangezogen. Als Infanterist war er in den folgenden drei Jahren an der Westfront eingesetzt. Im August 1916 wurde er bei Verdun verwundet und erkrankte anschließend an Diphtherie, die er im Seuchenlazarett bei Inor (heute Département Meuse, Region Grand Est) auskurieren musste. Im August 1918 wurde er bei Vermandovillers (heute Département Somme, Region Hauts-de-France) ein zweites Mal verwundet und erst am 12. Januar 1919 aus dem Lazarett entlassen. Am selben Tag verstarb sein Vater Siegmund in Frankfurt.
Heinrich Elsässer übernahm unmittelbar das elterliche Geschäft und führte es bis zum Tod seiner Mutter im Jahr 1928 gemeinsam mit ihr in der Königstraße weiter. Danach betrieb er das Unternehmen ohne Angestellte allein. Eigenen Angaben zufolge war dies möglich, da er über einen festen Kundenstamm verfügte und sein Lebensunterhalt zunächst gesichert war. Mit den ab dem Jahr 1933 einsetzenden Boykottmaßnahmen der Nationalsozialisten gegen jüdische Geschäftsleute brach der Umsatz von Heinrich Elsässers Firma massiv ein. Im selben Jahr zog er von der Königstraße in die Fichardstraße 5 ins Frankfurter Nordend um und betrieb seine Firma noch in kleinem Umfang weiter. Später (1958) schrieb er über diese Zeit: „Anfangs 1938 erkannte ich, dass es unmöglich war, das Geschäft weiterzubetreiben. Versuche, es im Ganzen zu verkaufen, waren erfolglos. Die Warenbestände waren unverkäuflich, ausgenommen zu großen Verlust-Preisen. Außenstände waren zum größten Teil uneintreibbar geworden; viele Wechsel gingen zu Protest. Ich hatte keine Möglichkeit, damals auszuwandern und lebte weiter von dem Wenigen was ich gegen Barzahlung verkaufen oder einbringen konnte.“
Am 17. Januar 1938 erhielt Heinrich Elsässer eine Vorladung der Staatspolizeistelle Frankfurt, in deren Verlauf er aufgefordert wurde, Deutschland bis zum 1. März 1938 zu verlassen. Ein „besonderes Vergehen“ wurde ihm nicht vorgeworfen. Die Frist wurde kurz darauf bis zum 30. Juni 1938 verlängert, da seine intensiven Bemühungen, eine Auswanderungsmöglichkeit zu finden, erfolglos blieben. In einem Schreiben vom 24. Juni 1938 an den „Reichsminister des Innern – über die Staatspolizeistelle Frankfurt am Main“ bat Elsässer schließlich um Aufhebung der Verfügung. Zur Begründung verwies er auf den überraschenden Tod seines Bruders Otto in Stuttgart, der eine Ehefrau, deren hochbetagte Mutter sowie zwei Kinder hinterlassen hatte.
Er schrieb hierzu: „Es ist meine Pflicht, den Kindern meines Bruders nach Möglichkeit beizustehen und für sie zu sorgen, und ich gedenke, mich dieser Verpflichtung auch nicht zu entziehen, zumal kein anderes männliches Familienmitglied vorhanden ist, das diese Pflicht übernehmen könnte!“
Heinrich Elsässer wurde am 12. Juli 1938 in Frankfurt in Polizeihaft genommen. Im Schutzhaftbefehl der Geheime Staatspolizei (Gestapo), der formal im Namen von dessen Leiter Reinhard Heydrich gezeichnet war, hieß es zur Begründung, er gebe „durch sein Verhalten als Nichtarier zu der Befürchtung Anlass, er werde bei Freilassung die zum Schutze der deutschen Volksgemeinschaft erlassenen Anordnungen missachten.“
Am 20. August 1938 wurde er von Frankfurt in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Am 22. September 1938 erfolgte seine Verlegung in das Konzentrationslager Buchenwald, aus dem er am 28. April 1939 entlassen wurde.
Während Heinrich Elsässer in den Konzentrationslagern Dachau und Buchenwald inhaftiert war, übernahm sein enger Freund Alex Jacobsohn die Abwicklung der nur noch in geringem Umfang bestehenden Firma. Elsässer hatte ihm hierfür rechtzeitig eine Generalvollmacht erteilt.
Zugleich ließ Jacobsohn Elsässers Wohnung in der Frankfurter Fichardstraße auflösen, da er nicht mit einer baldigen Entlassung seines Freundes aus Buchenwald rechnete. Wie in solchen Fällen üblich, konnten das Mobiliar und die Wertgegenstände nur weit unter dem tatsächlichen Wert veräußert werden.
In einer eidesstattlichen Erklärung, die Heinrich Elsässer 1956 über seinen Anwalt der Entschädigungsbehörde in Wiesbaden vorlegte, gab er an, in seiner Wohnung eine gut erhaltene Einrichtung sowie wertvolle Bilder und eine umfangreiche Bibliothek besessen zu haben. Weiter schrieb er: „Ich habe niemals wieder irgendetwas aus dieser Einrichtung gesehen.“ Seinen Freund und Unterstützer Alex Jacobsohn sah er nie wieder. Er wurde im November 1938 nach Buchenwald deportiert und dort wenige Wochen später ermordet.
Nach seiner Entlassung aus dem Konzentrationslager Buchenwald Ende April 1939 verfügte Heinrich Elsässer über keine eigene Wohnung mehr. Bereits wenige Tage später wurde er in Frankfurt unter der Adresse Merianstraße 31 polizeilich registriert. Es ist anzunehmen, dass in der Merianstraße seit 1938 vermehrt jüdische Bewohner zwangsweise zusammengelegt wurden. Ob das Haus Merianstraße 31 bereits 1939 ausschließlich oder überwiegend von Juden bewohnt war, lässt sich anhand der derzeit bekannten Quellen jedoch nicht eindeutig belegen.
Dort blieb er allerdings nur wenige Wochen. Nach eigener Aussage „flüchtete [er] für weitere drei Monate nach Stuttgart, um der Gestapo aus dem Wege zu gehen“.
In Stuttgart lebte die Witwe seines verstorbenen Bruders Otto mit ihren beiden minderjährigen Söhnen Erich und Helmut. Am 5. Juli 1939 heiratete Heinrich Elsässer seine Schwägerin Marianne. Mehrere Umstände sprechen dafür, dass die Ehe in erster Linie praktischen Zwecken diente, da sie in einer Phase intensiver Ausreisebemühungen von Heinrich Elsässer geschlossen wurde. Marianne Elsässer war als Sekretärin beim belgischen Konsulat tätig und verfügte damit über Kontakte, die für Ausreiseverfahren von Bedeutung sein konnten. Bereits im Juli 1938 erhielt sie ein Schreiben des Anwalts Heinrich Elsässers, das im Zusammenhang mit dessen Ausreisebemühungen steht. In dem Schreiben wurde sie gebeten, sich für ihn einzusetzen und „sofort mit einer Empfehlung ihres Konsuls zum amerikanischen Generalkonsulat zu gehen und dort zu fragen, ob für ihn nicht eine Sonderbürgschaft […] beschafft werden könne“.
Er verließ Stuttgart Anfang November 1939, reiste nach Le Verdon an der französischen Atlantikküste und emigrierte von dort mit der „S.S. Manhattan“ nach New York, wo er am 15. November 1939 ankam.
Marianne Elsässer folgte wenige Wochen später. Sie reiste nach Rotterdam und konnte von dort aus mit der „S.S. Rotterdam“ ebenfalls in die Vereinigten Staaten nach New York ausreisen, wo sie am 2. Dezember 1939 eintraf. Ihr Sohn Erich befand sich zu diesem Zeitpunkt in Berlin, wo er im Jahr 1940 starb. Der Sohn Helmut lebte zu dieser Zeit in Maidenhead in England. Die Umstände seiner Einreise sind nicht bekannt. Sein Aufenthalt steht jedoch wahrscheinlich im Zusammenhang mit den Rettungsaktionen für jüdische Kinder, die seit Ende der 1930er Jahre nach Großbritannien gebracht wurden. 1944 emigrierte er in die Vereinigten Staaten und nahm dort später den Namen Henry Howard Elliott an.
In ihrem 1940 ausgefüllten Einbürgerungsantrag gab Marianne Elsässer an, von Heinrich Elsässer geschieden zu sein („We are divorced“). Wann und wo die Scheidung erfolgte, lässt sich nicht nachweisen. Ihre weiteren Lebenswege sprechen ebenfalls für eine Trennung: Heinrich ließ sich in Denver (Colorado) nieder, Marianne in Kalifornien (San Francisco und Ventura). Marianne Elsässer heiratete 1950 in San Francisco Marcus Jacob Pels (1888-1956), der aus Emden/Ostfriesland stammte. Sie starb am 31. Oktober 1981 und liegt auf dem Salem Memorial Park and Garden in Colma (Kalifornien) begraben.
Heinrich Elsässer trat 1921 in den Frankfurter Alpenverein ein und gehörte zunächst der „Kletterriege“ an, die Mitte der 1920er Jahre in die „Hochtouristische Vereinigung“ (HTV) überführt wurde. Innerhalb dieses Sektionszweigs übernahm er verschiedene Aufgaben, unter anderem im Aufnahmeausschuss der HTV, sowie zeitweise als Kassenwart und Schriftführer.
Elsässer war ein erfahrener Alpinist, der seine Touren meist allein unternahm. Gelegentlich ergaben sich auf Berghütten Kontakte zu anderen Bergsteigern, mit denen er einzelne Unternehmungen durchführte. Über seine Bergfahrten veröffentlichte Elsässer im Mitteilungsblatt der Sektion ausführliche, teils mehrteilige Berichte. Zwischen 1926 und 1931 erschienen insgesamt neun Beiträge, in denen er von Berg- und Skitouren berichtete, die er überwiegend in den Ostalpen, aber auch in den Westalpen unternahm.
Seine beschriebenen Sommertouren führten ihn in die Ankogel- und Rieserfernergruppe, in das Kaunergrat- und Geigenkammgebiet der Ötztaler Alpen, in die Zillertaler Alpen, in die Venedigergruppe sowie in die Walliser Alpen. Die ebenfalls im Mitteilungsblatt beschriebenen Schitouren unternahm er in der Silvrettagruppe, im Dachsteingebiet, im Verwall und in der Sesvenna-Lischanna-Gruppe.
Unter den von Elsässer geschilderten Bergfahrten finden sich einige anspruchsvolle Unternehmungen, die besondere Beachtung verdienen. So beschreibt er Solo-Besteigungen der Dreiländerspitze (3.197m) in der Silvretta, der Rofelewand (3.353m) in den Ötztaler Alpen über deren Ostgrat (Schwierigkeitsgrad III nach der UIAA-Skala) und des gegenüber aufragenden Schwabenkopfs (3.378m) über den Südgrat. In seinem Bericht über Bergtouren in der Rieserfernergruppe schildert Heinrich Elsässer die Durchsteigung einer von ihm als „Ostwand“ des Hochgall (3.436m) bezeichneten Route, die er gemeinsam mit einem Zufallsbekannten aus Wien unternahm, den er auf der Barmer Hütte kennengelernt hatte. Eine eigenständige „Ostwand“ des Hochgall gibt es jedoch nicht. Wahrscheinlich ist daher, dass Elsässer entweder die Ostflanke mit anschließendem Nordostgrat oder -weniger wahrscheinlich- die Nordostflanke mit Übergang zum Nordwestgrat beging. Beide Varianten stellen anspruchsvolle hochalpine Unternehmungen dar und gehen deutlich über das Niveau einfacher Gletscherbegehungen hinaus. Eine geplante Solotour auf den Wildgall (3.273m) in derselben Alpengruppe konnte er wegen widriger Umstände nicht durchführen. Aufgrund seiner alpinen Erfahrung kann angenommen werden, dass er diesen schwierigen Gipfel auch allein hätte erfolgreich angehen können.
Während eines Aufenthalts in den Walliser Alpen im Jahr 1931, der zeitlich parallel zur ersten Durchsteigung der Matterhorn-Nordwand durch die Brüder Franz und Toni Schmid stattfand, bestieg er mit einem Gefährten aus München die Dufourspitze (4.634m) und wenige Tage später allein das Rimpfischhorn (4.199m).
Ein bemerkenswertes Beispiel der von Elsässer geschilderten Unternehmungen ist eine Skidurchquerung der östlichen Dachsteingruppe, die er unter hochwinterlichen Bedingungen allein von der Brünner Hütte über den Hirzberg bis nach Mitterndorf unternahm. Dabei hatte er erhebliche Schwierigkeiten zu bewältigen, die er in seinem Bericht beschrieb. Die Schriftleitung des Mitteilungsblattes fügte dem Beitrag eine kritisch/ironische Bemerkung hinzu, in der die Durchführung dieser Tour als Alleingang ausdrücklich infrage gestellt wurde.
In seinen Berichten erwähnte Elsässer mehrfach den Wiener Alpinisten Eugen Guido Lammer (1863-1945). Lammer trat in seinen Schriften (u.a. im 1922 vom Österreichischen Alpenklub herausgegebenen Buch „Jungborn“) konsequent für das führerlose Bergsteigen und für das Alleingehen ein – eine Haltung, die Elsässer offenbar teilte. Dass ihn diese Themen und auch die Person beschäftigten, zeigt sich auch daran, dass er 1928 vor der „Hochtouristischen Vereinigung“ einen Vortrag über Eugen Guido Lammer hielt.
Heinrich Elsässers Engagement im Frankfurter Alpenverein zeigte sich auch in seinen Vorträgen, die er im Rahmen von Veranstaltungen der „Hochtouristischen Vereinigung“ hielt. Neben Berichten über Touren, die er bereits in den Mitteilungsblättern beschrieben hatte, sprach er auch über Bergfahrten in der Sonnblickgruppe und in den Stubaier Alpen.
Für das Jahr 1932 ist zudem ein Lichtbildervortrag über einen „Skihochtourenkurs bei Oberst Bilgeri“ belegt. Gemeint ist Georg Bilgeri (1873–1934), ein österreichischer Skipionier und Begründer des militärischen Skilaufs in Österreich.
Auch Aktivitäten Elsässers in der näheren Umgebung Frankfurts sind belegt. So bot er für die „Hochtouristische Vereinigung“ eine Wanderung im Vogelsberg an (1932) und organisierte eine Kletterfahrt in den Odenwald nach Hohenstein (1933).
Im März 1936 erlitt Heinrich Elsässer bei einer Skitour in den Allgäuer Alpen einen schweren Unfall, bei dem er sich einen komplizierten Bruch des rechten Ellenbogens zuzog. Die Folgen dieser Verletzung waren gravierend. Sein rechter Arm blieb zeitlebens erheblich in seiner Funktion eingeschränkt und kaum noch einsetzbar.
Nach eigener Aussage trat er 1936 „freiwillig“ aus dem Frankfurter Alpenverein aus.
Heinrich Elsässer verließ Deutschland völlig mittellos. In den Vereinigten Staaten nannte er sich später Henry Elsen. In einem Schreiben aus dem Jahr 1954 an die Entschädigungsbehörde beim Regierungspräsidenten in Wiesbaden führte sein Rechtsanwalt aus: „Bei seiner Auswanderung konnte er nicht mehr als RM 10,- mitnehmen. Dieser Betrag stellte sein ganzes Vermögen dar.“
In den ersten Jahren nach seiner Ankunft verfügte Elsässer über kein regelmäßiges Einkommen. Erst ab 1943 erzielte er wieder ein – wenn auch sehr geringes – dauerhaftes Einkommen, das jedoch kaum über den Lebensunterhalt hinausging. Vor dem Hintergrund des nach dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten entstandenen Arbeitskräftemangels gelang es ihm, eine dauerhafte Anstellung als Hilfsbuchhalter in einer Fabrik zu finden. Dennoch blieb seine wirtschaftliche Situation langfristig angespannt. Wie sich seine berufliche Situation in den späten 1950er Jahren entwickelte, ist nicht bekannt. Fest steht jedoch, dass seine wirtschaftliche Lage weiterhin schwierig war. Dazu trugen auch die langwierigen Verfahren bei, für die die Entschädigungsbehörde in Wiesbaden verantwortlich war. Über viele Jahre hinweg sahen sich Elsässer und seine Anwälte gezwungen, um eine angemessene Entschädigung zu kämpfen.
In einem Schreiben an die zuständige Behörde vom September 1958 – zwanzig Jahre nach seiner Flucht aus Deutschland – formulierte er seine Lage mit deutlicher Resignation: „Ich frage mich, wie lange ich noch warten muss oder wie alt ich werden muss, um einen Fortschritt in dieser hässlichen Angelegenheit zu erleben – ich bin nun 62 Jahre alt […] Bitte lassen Sie mich wissen, was getan werden kann.“
Vieles aus seinem Leben in den Vereinigten Staaten bleibt im Dunkeln. Heinrich Elsässer/Henry Elsen starb im März 1963 in Denver, Colorado. Seine vertraute alpine Welt sah er nach seiner Flucht vermutlich nie wieder.
Quellenangaben
Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden - HHStAW, 518, 74466 - HHStAW, 519/3, 10246 und 10264 - HHStAW, 474/3, 2369
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E-Mail-Mitteilung von Stephen Elliott vom 15. Januar 2026