Hier ist bald mehr zu lesen!

Wir sind dabei, Dr. Walter Bings Schicksal zu dokumentieren.

Verfolgungsschicksal

Dr. Walter Bing wurde am 1. April 1933 von der Frankfurter Gestapo als „Systemgegner“ des Nationalsozialismus verhaftet. Dank des Eingreifens des französischen Konsuls, Bing war seit 1920 französischer Staatsbürger, wurde er wieder freigelassen. Er konnte als Jude und Franzose aber nicht mehr für deutsche Zeitungen schreiben, sodass sich sein Einkommen stark reduzierte. Im September 1936 verließ er zusammen mit seiner ersten Ehefrau Frankfurt, da seine Aufenthaltserlaubnis nicht verlängert wurde. Dr. Bing lebte bis September 1939 in Straßburg, nach dem Kriegsausbruch zuerst in Paris und dann in der Auvergne. Ab 1945 wohnte er wieder in Paris, wo er im Januar 1980 verstarb.

Aus der Sektion Bayerland wurde Dr. Walter Bing nach über zwanzigjähriger Mitgliedschaft bereits im Mai 1933 ausgeschlossen und sein Widerspruch dagegen abgelehnt. Ob er auch aus der Frankfurter Sektion ausgeschlossen wurde, ist zurzeit unklar, da entsprechende Unterlagen bisher nicht gefunden wurden. Ein freiwilliger Austritt aus der Frankfurter Sektion ist unwahrscheinlich, da er sich gegen den Rauswurf aus der Sektion Bayerland gewehrt hat. Zumindest konnte er im Nachrichten-Blatt der Sektion die von ihm begründete Rubrik „Was unsere Vorträge brachten“ ab 1933 nicht mehr weiterführen. In Heft 1 dieses Jahrgangs hat dies G[eorg] Sch[ott] übernommen, in Heft 2 vom März 1933 die Herren Dr. [Kurt] A[lbrecht], der Schriftleiter W[ilhelm] Sch[neider] und G[eorg] Sch[ott] und in Heft 3 vom Mai 1933 erneut W[ilhelm] Sch[neider].

Quellen und Literatur

Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, HHStAW, 518, Nr. 46526

Nachrichten-Blatt der Sektion Frankfurt am Main