Familie, Ausbildung und Beruf

Dr. Karl Liebmann wurde am 5. April 1890 in Frankfurt am Main geboren. Sein Vater Ferdinand Liebmann stammte aus Wiesbaden und war Kaufmann. Seine Mutter Clara Zinn stammt aus einer Frankfurter Familie, wurde aber in New York geboren. Die Eltern heirateten 1885 in Frankfurt.

Karl Liebmann studierte Jura, im Jahr 1912 legte er in Kassel sein erstes Staatsexamen ab, im gleichen Jahr wurde er für den Staatsdienst vereidigt und am 6. Juli 1912 zum Referendar ernannt.

Vom 21. August 1914 bis zum 15. November 1918 diente Karl Liebmann als Frontkämpfer - Leutnant der Landwehr und Batterieführer bei Reserve-Feldartillerie-Regiment 56 - im Ersten Weltkrieg. Er erhielt das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse, die Hessische Tapferkeitsmedaille und das Frontkämpfer-Ehrenkreuz. Nach einer Verwundung am 30. Oktober 1918 bekam er zudem noch das Verwundetenabzeichen.

Nach Kriegsende 1919 folgte in Berlin das zweite Staatsexamen. Noch im gleichen Jahr erfolgte die Ernennung zum Gerichtsassessor, 1926 dann die Zulassung als Rechtsanwalt am OLG Frankfurt sowie die Eintragung in die oberlandesgerichtliche Anwaltsliste. 1932 erfolgte schließlich die Ernennung zum Notar.

Am 13. Mai 1937 heiratete Dr. Karl Liebmann Charlotte Dora (geborene Daltrop). Charlotte stammte aus Kiel, ihr Vater war ebenfalls Rechtsanwalt.

Zeit im Alpenverein

Dr. Karl Liebmann trat dem Alpenverein im Jahr 1911 bei. Für eine Aufnahme in den Alpenverein war damals in der Regel eine Empfehlung durch mindestens ein Mitglied nötig. Wer Dr. Liebmann seinerzeit empfahl, ist leider nicht bekannt. Wir wissen aber, dass er selbst im Jahr 1931 gemeinsam mit Dr. P. Maser die Aufnahme von Erwin Müller, Landwirt, Bürgerstraße 65, empfahl.

Für seine 25-jährige Mitgliedschaft im Alpenverein erhielt Dr. Liebmann auf der Jahreshauptversammlung am 10. März 1936 das Silberne Edelweiß verliehen.

Verfolgung und Emigration

Nach 1933 war Dr. Karl Liebmann als "Frontkämpfer" zunächst weiterhin als Notar zugelassen. Bis am 14. November 1935 dann allerdings doch der Entzug des Notariats folgte. Ab 1. Dezember 1938 galt schließlich auch für ihn das Berufsverbot als Anwalt. Vom 1. bis einschließlich 31. Januar 1939 war er unter dem Titel "jüdischer Konsulent" in Frankfurt tätig. Im August 1939 gelang dem Ehepaar Liebmann die Flucht in die USA.

Das Paar Liebmann hatte keine Kinder.

Quellen

Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, HHStAW Abt. 458, Nr. 799 (1936-1939); Liste B (Zulassung nach dem 1.8.1914).

Frankfurter Adressbuch von 1932. Link: https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/periodika/nav/classification/8688176 (Eingesehen am: 31.03.2022).

Luick-Thrams, Michael: "Creating 'New Americans': WWII-Era European Refugees' Formation of American Identities". Berlin, 2. Juli 1997.

Nachrichten-Blatt der Sektion Frankfurt am Main.

Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main, Oberlandesgericht Frankfurt am Main: 125 Jahre: Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main. Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Rechtspflege. Ausstellung: Anwalt ohne Rechte. Festveranstaltung 1.10. 2004. Paulskirche Frankfurt am Main. Link: https://www.yumpu.com/de/document/read/4280672/125-jahre-rakpdf-rechtsanwaltskammer-frankfurt-am-main (Eingesehen am: 31.03.2022).