„Ich bin allein auf weiter Flur: Allen Gewalten - Zum Trotz sich erhalten!“
Karl Herxheimer
19.07.1941
Brief an Edmund Hofmann

Hier ist bald mehr zu lesen! Wir sind noch dabei, das Schickal von Prof. Dr. Karl Herxheimer zu dokumentieren.

Kurzbiographie Prof. Dr. Herxheimer

Prof. Dr. Karl Herxheimer war ein angesehener Dermatologe und langjähriges Mitglied des Alpenvereins. Geboren am 26. Juni 1861 in Wiesbaden war er ein Sohn von Hermann und Jeanette Herxheimer. Seine Familie war, wie er selbst, jüdischen Glaubens. Sein Vater ist Landesrabbiner von Anhalt-Bernburg gewesen. Herxheimer studierte in Freiburg, Würzburg und Straßburg Medizin. Nach seiner Promotion und dem Staatsexamen arbeitete er eine Zeit lang in Breslau und Frankfurt am Main, wo er sich schließlich als Facharzt für Hautkrankheiten niederließ. Nach dem Tod seines Bruders Dr. med. Salomon Herxheimer übernahm er dessen Hautklinik und leitete sie bis 1914. Bereits 1907 führte er den Professorentitel, 1914 besetzte er den ersten Lehrstuhl für Haut- und Geschlechtskrankheiten, 1917 wurde er Dekan der Medizinischen Fakultät. Herxheimer selbst hatte die Gründung der Frankfurter Universität vorangetrieben, war er doch um die Jahrhundertwende Teil des Personenkreises rund um den Frankfurter Oberbürgermeister Franz Adickes. 1930 ging er, nach einer höchst produktiven wissenschaftlichen Zeit an der Universität, zahlreichen wegweisenden Publikationen und einer langjährigen erfolgreichen Tätigkeit als Hautarzt, in Pension.

Schon 1933 wurde ihm nahegelegt, Frankfurt zu verlassen, was der inzwischen doch betagte Herxheimer jedoch trotz zunehmender Ausgrenzung aus dem öffentlichen und sozialen Leben ablehnte. Prof. Dr. Karl Herxheimer wurde am 27. August 1942 im Alter von 82 Jahren nach Theresienstadt deportiert. Nur wenige Monate später starb er an Unterernährung und Dysenterie. Sein Grabstein befindet sich auf dem Alten Jüdischen Friedhof in der Rat-Beil-Straße in Frankfurt.

Karl Herxheimer trat der Frankfurter Sektion des Deutschen Alpenvereins im Jahr 1905 bei. 1930 erhielt er das silberne Ehrenabzeichen für die 25-jährige Mitgliedschaft.

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