Hier ist bald mehr zu lesen!

Wir sind dabei, Dr. Ernst Hochstaedters Schicksal zu dokumentieren.

Familie

Ernst Hochstaedter wurde im September 1872 in Frankfurt als Sohn von David Hochstaedter und Dora Hochstaedter, geb. Cahn. geboren. Sein Vater war Kaufmann und zusammen mit Bernhard Bergmann Eigentümer einer Portefeuilles-Fabrik in der Töngesgasse. Ernst Hochstaedter hatte eine Schwester, deren Tochter Disy Kahn, geb. Rosenberger, nach Großbritannien emigriert ist. Er heiratete 1926 die im Juli 1884 geborene Nichtjüdin Mathilde Hamm. Die Ehe war kinderlos.

Verfolgungsschicksal

Dr. jur. Ernst Hochstaedter wurde im Juni 1933 aus der Anwaltsliste gestrichen und erhielt damit Berufsverbot, obwohl er als „Altanwalt“, also als bereits vor 1914 zugelassener Rechtsanwalt, selbst nach NS-Recht noch hätte praktizieren können. Am 20. Januar 1943 wurde er von der Frankfurter Gestapo vorgeladen und verhaftet, anschließend im Gerichtsgefängnis inhaftiert, im März 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort kurz nach der Ankunft ermordet. Seine nichtjüdische Ehefrau Mathilde Hochstaedter überlebte die NS-Zeit.

Heinrich Baab, Sachbearbeiter der Geheimen Staatspolizei, wurde wegen des Todes von Dr. Ernst Hochstaedter im Jahr 1950 des vollendeten Mordes für schuldig befunden und erhielt eine lebenslange Zuchthausstrafe.

Quellen und Literatur

Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, HHStAW 519/3, Nr. 677