„Er war ein hervorragend feiner Mensch“
Ludwig Benedict Schlesinger (1887-1961)
Frankfurter Jurist und Schulfreund Arthur Kauffmanns
Familie und Beruf

Arthur Kauffmann wurde am 29. Mai 1887 in Frankfurt am Main geboren. Seine Eltern waren der aus Baden stammende Kaufmann Friedrich Kauffmann (1853-1920) und dessen in Erbes-Büdesheim in Rheinhessen geborene Ehefrau Rosa, geborene Mayer (1863-1942). Über Geschwister ist nichts bekannt. Arthur Kauffmann blieb unverheiratet. Seine Mutter starb am 11. Oktober 1942, nur einen Monat nach ihrer Deportation aus Frankfurt, in Theresienstadt.

Arthur Kauffmann besuchte von 1893 bis zur Ablegung des Abiturs im Jahre 1905, das Kaiser-Friedrich-Gymnasium (heute: Heinrich-von-Gagern-Gymnasium) in Frankfurt am Main. Daran anschließend studierte er Jura in Heidelberg, München, Straßburg, Berlin und Marburg. Im Juni 1908 bestand er das erste Staatsexamen, das zweite im Jahre 1914 in Berlin. Als Kriegsfreiwilliger nahm er von 1915 bis 1918 am Ersten Weltkrieg in Frankreich teil. Hier brachte er es, ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse, dem Verwundetenabzeichen und dem Frontkämpfer-Ehrenkreuz, bis zum Dienstrang eines Leutnants der Reserve.

Im Jahre 1919 wurde er als Rechtsanwalt am Oberlandesgericht Frankfurt am Main zugelassen. Er befasste sich überwiegend mit Fragen zum Kriegsschädengesetz. Ein Jahr später wechselte er als Referent in die Rechtsabteilung der Frankfurter Zweigstelle des Reichsausgleichamtes. Diese Tätigkeit gab er am 30. September 1921 auf, um sich mehr seiner Anwaltspraxis widmen zu können. Die Ernennung zum Notar erfolgte im Jahre 1925.

Zeit im Alpenverein

Arthur Kauffmann war seit 1921 Mitglied des Frankfurter Alpenvereins. Aus den bislang gesichteten Unterlagen der Sektion geht nicht hervor, ob er aktiv am Sektionsleben teilgenommen hat. Es gibt auch keine Nachweise über einen Austritt oder einen Ausschluss aus der Frankfurter Sektion. Als "Frontkämpfer" hätte er nach der zu Beginn des Jahres 1934 beschlossenen Satzungsänderung weiterhin in der Sektion bleiben können.

Verfolgung und Tod

Als sogenannter "Frontkämpfer" durfte Arthur Kauffmann 1933 seine Rechtsanwaltstätigkeit vorerst fortsetzen und sein Notariat behalten. Letzteres wurde ihm jedoch zwei Jahre später bereits entzogen. In den Jahren zuvor hatte er sich besonders der Ausübung seines Notariats gewidmet, sodass dessen Entziehung gravierende materielle Einbußen nach sich zog. Dazu schrieb er in seinem Lebenslauf: "Infolgedessen traf mich die Entziehung des Notariats im Jahre 1935 besonders hart, zumal auch meine Anwaltspraxis seit 1933 naturgemäß empfindlich zurückgegangen war." 1936 ging er noch eine Bürogemeinschaft mit den Rechtsanwälten Fuld und Geiger ein. Nach eigenen Angaben beschäftigte er sich hier ausschließlich mit Devisen- und Auswanderungsberatungen sowie mit der Erledigung von vermögensrechtlichen Angelegenheiten von Ausgewanderten. Ab dem 1. Dezember 1938 galt für ihn ein Berufsverbot als Rechtsanwalt und er wurde wie die übrigen verbliebenen jüdischen Rechtsanwälte aus der Anwaltsliste gelöscht. Daran anschließend war Arthur Kauffmann von 1939 bis 1942 noch als Konsulent der Jüdischen Gemeinde Frankfurt tätig. In seinem, an das Oberlandesgericht Frankfurt am Main gerichteten "Gesuch um Zulassung als jüdischer Konsulent" vom 3. November 1938 beschreibt er kurz seine Familien- und Vermögensverhältnisse: "Mein Vater ist im Jahre 1920 verstorben. Das von ihm hinterlassene Vermögen fiel der Inflation zum Opfer. Ich hatte infolgedessen für den Unterhalt meiner Mutter mitzusorgen und konnte keine Ersparnisse machen. Daher besitze ich kein Vermögen und bin dringend auf mein Berufseinkommen angewiesen. Ich bin unverheiratet. Meine 75 Jahre alte Mutter, die ich nicht im Stich lassen kann, lebt hier in Frankfurt a.M." Zusammen mit seiner Mutter wurde er am 15. September 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und von dort am 23. Januar 1943 nach Auschwitz verschleppt. Er gilt als verschollen, aber es ist davon auszugehen, dass Arthur Kauffmann in Auschwitz ermordet wurde.

Quellen

Hessisches Hauptstaatsarchiv - HHStAW Abt. 458, Nr.797

Bundesarchiv, Gedenkbuch. Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 - 1945 (online)