Hier ist bald mehr zu lesen!

Wir sind dabei, Dr. Adolf Fulds Schicksal zu dokumentieren.

Rolle in der Sektion

Dr. Adolf Fuld ist bereits im Jahr 1895 in die Sektion Frankfurt des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins eingetreten. Im Jahr 1911 hatte seine Ehefrau der Sektion 100 Mark für wohltätige Zwecke gestiftet. Die Sektion stellte diesen Betrag der durch Brand schwer geschädigten Gemeinde Lusern in Südtirol zur Verfügung. Adolf Fuld warb noch in den frühen 1930er Jahren neue Mitglieder für die Sektion.

Das Nachrichten-Blatt vermerkte, dass er 1931 zusammen mit dem Justizrat Dr. Ernst Moritz Heertz (1865-1937), ebenfalls jüdischer Rechtsanwalt und Notar, ihren gemeinsamen Fachkollegen Rechtsanwalt und Notar Dr. Alfred Grünebaum genauso als neues Mitglied empfahl wie zusammen mit Prof. Dr. Johannes Bernhard Heinrich, genannt Hans, Trumpler (1875-1955) den Kaufmann Heinrich Schröder. Trumpler war Nichtjude und mit der Jüdin Irmgard Brach (1890-1979) verheiratet. Beide wanderten Anfang 1939 verfolgungsbedingt über Großbritannien in die USA aus. Noch im März 1933 hat Fuld gemeinsam mit Prof. Dr. Max Neisser die Aufnahme der Studenten Heinz Alexander und Klaus Neisser, den Sohn von Max Neisser, empfohlen und auf diese Weise den Ausbau der studentischen Abteilung gefördert. Prof. Dr. Max Neisser (1869-1938) war ordentlicher Professor für Hygiene und Leiter des Hygienischen Instituts an der Universität Frankfurt, wurde aber wegen seiner jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten aller Ämter enthoben.

Da Adolf Fuld bereits vor 1914 Sektionsmitglied gewesen ist, konnte er auch nach der Satzungsänderung 1934 und der damit einhergehenden Einführung des sogenannten "Arierparagrafen" in der Sektion Frankfurt verbleiben. Ob er nach 1933 ausgetreten ist oder später doch von der Sektionsleitung ausgeschlossen wurde, lässt sich aufgrund fehlender Quellen zurzeit nicht sagen.

Verfolgungsschicksal
Grabstein auf dem Jüdischen Friedhof Rat-Beil-Straße

Dr. Adolf Fuld war zuerst von 1894 bis 1903 beim Landgericht Frankfurt am Main und daran anschließend ab 1903 beim Oberlandesgericht Frankfurt am Main als Rechtsanwalt eingetragen. Daher konnte er als sogenannter "Altanwalt" auch nach 1933 rechtsanwaltlich tätig bleiben. Allerdings entzogen ihm die Nationalsozialisten im Juni 1933 die seit 1920 bestehende Bestellung als Notar. Nach den Novemberpogromen 1938 wurde er mit Berufsverbot belegt und mit Wirkung zum 1. Dezember 1938 aus der Anwaltsliste gelöscht. Bereits am 31. Januar 1939 ist Adolf Fuld in Frankfurt am Main verstorben.

Seinem Bruder Prof. Dr. med. Ernst Fuld (1873-1955) gelang die Flucht nach Großbritannien. Im September 1938 wanderte er in die USA aus, wo bereits seit 1934 sein Sohn Albrecht Eugen Fuld (1908-1945) lebte. Der Sohn Wolfgang Adolf Fuld blieb in Großbritannien.

Quellen und Literatur

Jahresberichte der Sektion Frankfurt am Main

Nachrichten-Blatt der Sektion Frankfurt am Main