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Wir sind dabei, Maximilian von Korff-Krokisius Schicksal zu dokumentieren.

Rolle in der Sektion Frankfurt

Im Juli 1928 wurde Maximilian von Korff-Krokisius, oft Max von Korff genannt, in die Sektion Frankfurt aufgenommen, nachdem er von Heinz Rödding und dem Frankfurter Syndikus, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Dr. rer. pol. Fritz Amberger empfohlen worden war. Bereits im Jahr darauf empfahl er zusammen mit Heinrich Nagel die Aufnahme von Dr. jur. Hans Eberhard Amendt. Maximilian von Korff-Krokisius war vermutlich zuerst in der Schi-Abteilung der Sektion aktiv. Auf einem bunten Abend im Frühjahr 1932 trat er als Conferencier auf. Im Nachrichten-Blatt Nr. 3 vom März 1932 heißt es hierzu ironisch: "Die unpassenden Worte zur Einführung der Programmnummern fand Max von Korff, der, wie er verriet, eine ziemliche Menge Quasselwasser getrunken hatte." Im selben Jahr wird er zudem als Kontaktperson genannt, die Auskünfte zur geplanten Eröffnung der Hochfirstschanze bei Neustadt im Schwarzwald geben kann.

Ab Januar 1933 war er Kassenwart der "Hochturistischen Vereinigung" (HTV) der Sektion, die sich dem Bergsteigen verschrieben hatte. In der Regel übernahmen Mitglieder der HTV eine Funktion nicht unmittelbar nach ihrem Beitritt zu dieser Gruppe, sodass Maximilian von Korff-Krokisius mindestens schon 1932 hier aktiv gewesen sein wird. Im April 1933 hat er zudem zum ersten Mal eine Kletterfahrt in den Taunus, zu Rabenstein, Marienwand und Hauburgstein, geleitet. Zum selben Zeitpunkt hat er eine weitere Funktion übernommen: Nachdem Landgerichtsdirektor Dr. Kurt Albrecht, seit 1925 im Sektionsausschuss, im April 1933 nach Berlin ging und daher seine Ämter in Frankfurt aufgab, übernahm Maximilian von Korff-Krokisius eine der Stellvertreterpositionen in der Schi-Abteilung unter dem Sachwalter Albert Kopp. Nach der Auflösung der HTV wurde er vom neuen Sektionsleiter Dr. Ernst Wildberger im Juli 1933 zum Sachwalter für "Bergsteigerische Tätigkeiten (Klettern, Eistechnik, Kurse)" ernannt.

Das Jahr 1933 bedeutete für von Korff-Krokisius den Eintritt in die Sektionsleitung, dabei unter klar nationalsozialistischer Ausrichtung. Der neue Sektionsführer Ernst Wildberger, Albert Kopp und Maximilian von Korff-Krokisius veröffentlichten im Nachrichten-Blatt der Sektion vom Oktober 1933 einen programmatischen Artikel unter dem Titel "Bergsteigerische Tätigkeit". Darin heißt es zur Umgestaltung der Sektion und zur Ausrichtung der neuen Bergsteigergruppe:

"Der gewaltige Aufbruch der Nation ist auch an unserer Sektion nicht spurlos vorbeigegangen. Es wurde unter anderem die Sektionsleitung im Sinne des Führerprinzips vollkommen umgestaltet; neue, jüngere Kräfte wurden zur Mitarbeit herangezogen, ein Teil der bisher bestehenden Untergruppen wurde aufgelöst. Dazu gehören auch die Hochturistische Vereinigung und die Schiabteilung. Das sommerliche und winterliche Bergsteigen wird künftig aus Zweckmäßigkeitsgründen zusammengefaßt und in der Bergsteigergruppe besonders gepflegt und gefördert werden. […] Die Bergsteigergruppe verlangt von ihren Mitgliedern volle Anerkennung des Führerprinzips, freudige Einordnung in den Neuaufbau der Sektion, regelmäßige Teilnahme an den Veranstaltungen und tatkräftige persönliche Mitarbeit in Wort und Schrift."

Als Dr. Rudolf Seng die Sektionsleitung übernahm, ernannte er im Februar 1934 als Beiratsmitglieder, die für "Bergsteigerische Tätigkeit" zuständig waren, Albert Kopp und Max von Korff-Krokisius. Nunmehr hat dieser wiederholt Vorträge in der Sektion gehalten, beispielsweise am 18. Dezember 1934 einen Lichtbildervortrag über Dolomitenfahrten und am 22. Februar 1938 einen weiteren Lichtbildervortrag über Bergfahrten der Bergsteigergruppe der Sektion im Wilden Kaiser und im Kaunergrat. Auf einem Heimabend der Bergsteigergruppe im September 1938 hat er zusammen mit Fritz Kempf von der von ihnen durchgeführten zweiten Besteigung der Weißseespitze über die Nordwand berichtet.

In seiner Funktion als Kopf der Bergsteigergruppe hat er auch zahlreiche Wander- und Kletterfahrten geleitet, etwa am 26. Juli 1936 die Kletterübungsfahrt der Bergsteigergruppe in den Spessart und 1938 eine Pfingstfahrt ins Frankenland. Er hat zur bergsteigerischen Ausbildung der Mitglieder dieser Gruppe beigetragen, in dem er zum Beispiel zusammen mit Rolf Richter 1937 eine Rettungsübung organisiert hat und im folgenden Jahr einen "Wettmarsch mit Bussole [Kompass] und Karte" organisierte. Seine eigenen bergsteigerischen Fähigkeiten hat er ebenfalls ausgebaut, etwa 1936 durch die Teilnahme am Lehrwartkurs B III (Klettern im Fels) auf der Stripsenjochhütte im Wilden Kaiser und 1938 durch die Ablegung der "Lehrwartprüfung" im Eisklettern.

Im Oktober 1935 weihte die Frankfurter Sektion ihr Alpenvereinsheim in Oberreifenberg ein. Bereits in der Vorbereitung war Maximilian von Korff-Krokisius für dieses Haus aktiv, da er von Dr. Seng in den Ausschuß zur Einrichtung des neuen Sektionsheims berufen worden war. In diesem Ausschuss saßen unter anderem Dr. Seng, Max Moritz Wirth, Albert Kopp und Hans Kühnscherf. Schließlich ist Max von Korff-Krokisius zum "Heimwart" ernannt worden, sodass er sich fortan um dieses Vereinsheim kümmerte.

Für das Nachrichten-Blatt der Sektion schrieb er ab 1934 zahlreiche Beiträge. Er berichtete insbesondere über die Bergsteigergruppe und ihre Aktivitäten wie Kletterfahrten, Tagesausflüge in die Mittelgebirge der Umgebung Frankfurts und Sonnenwendfeiern. Als Heimwart des Oberreifenberger Vereinsheims hat er hierüber regelmäßig Kurznachrichten verfasst.

Im Jahr 1939 ist Maximilian von Korff-Krokisius endgültig in Wien geblieben, sodass Dr. Seng ihn von seinen Ämtern als Beiratsmitglied, Leiter der Bergsteigergruppe und Hüttenwart des Vereinsheims in Oberreifenberg entband. Diese Ämter übernahm der bisherige stellvertretende Leiter der Bergsteigergruppe Fritz Kempf, der mit Korff-Krokisius schon vorher eng zusammengearbeitet hatte. Somit endete seine Vorstandstätigkeit in Frankfurt nach sechs intensiven Jahren, in denen er aktiv daran mitwirkte, die Sektion im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie umzugestalten.

Noch 1940 wurde seine Ehefrau Margret von Korff-Krokisius, vermerkt mit der Adresse Kegelgasse 43 in Wien III/40, Mitglied der Frankfurter Sektion, der er selbst weiterhin angehörte. Laut Nachrichten-Blatt Nr. 2 vom Februar 1941 war Maximilian von Korff-Krokisius damals Feldwebel in der Wehrmacht. Kurz darauf wird er im März 1941 zum Leutnant befördert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist er nicht nach Frankfurt zurückgekehrt, sondern lebte mit seiner Familie bei seinem Schwiegervater in Kramsach in Tirol. Von 1953 bis 1973 war er Hüttenwart der Erfurter Hütte im Rofangebirge, bevor sein Sohn Falko diese Aufgabe übernahm.

Quellen und Literatur

Nachrichten-Blatt der Sektion Frankfurt am Main

Deutscher Alpenverein, Sektion Ettlingen e.v.: 125 Jahre Erfurter Hütte